All inclusive Urlaub: Nachhaltig Reisen

Die Rolle von integrierten Tourismusprojekten für die nachhaltige Entwicklung von Urlaubsregionen wird oft unterschätzt. Eine nüchterne Analyse zeigt: All-Inclusive-Resorts schaffen für die Menschen im Umfeld besonders viel Wertschöpfung. 

Perspektiven für die Menschen vor Ort

Tourismus ist ein wirkungsvolles Instrument, um Armut in Schwellen- und Entwicklungsländern zu bekämpfen. So sehr dieser Grundsatz stimmt, so selten wird der Effekt mit sogenannten All-Inclusive-(AI-)Hotelanlagen assoziiert. Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat sich das genauer angeschaut und die volkswirtschaftlichen Effekte von acht AI-Anlagen in der Karibik und Zentralamerika analysiert. Mit einem eindeutigen Ergebnis: Die Menschen vor Ort profitieren in vielerlei Hinsicht – und zwar wesentlich stärker als von anderen Tourismusformen:

  • Jobs: Aufgrund des umfangreichen 24-Stunden-Service bieten AI-Anlagen überdurchschnittlich viele Arbeitsplätze – gegen- über vergleichbaren Hotels ohne dieses Angebot liegt das Job-Plus bei 30 bis 50 Prozent.
  • Einkommen: Gerade für Mitarbeiter mit niedrigem Bildungsstand ist die Arbeit und Festanstellung in einem Resort oft der entscheidende Schritt aus der Armut. Und die entscheidende Qualifizierungschance. Nach GIZ-Berechnungen liegt die unterste Lohngruppe in AI-Anlagen in Jamaika weit über dem dortigen Mindestlohn.
  • Karrierechancen: Die serviceintensive Hotellerie bietet Mitarbeitern vergleichsweise gute Aufstiegsmöglichkeiten. Nicht ohne Grund steht der Tellerwäscher als Archetyp für erfolgreiche Karrieren, die im einfachen Servicebereich begannen. Wichtige Voraussetzung ist die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten auf allen Ebenen, wie sie beispielsweise TUI mit der Robinson Hotel School in Agadir bietet. Ebenso wichtig ist das Angebot, ein qualifiziertes Ausbildungszertifikat zu erhalten. Hier setzt TUI mit seinen Bildungspartnern, vor allem den IHKs im Ausland, an.
  • Zugang zu wichtigen Kundensegmenten: Viele Urlauber entscheiden sich nicht nur wegen der hohen Servicestandards für ein AI-Resort. Sie fühlen sich dort auch besonders sicher und gut aufgehoben. Eine Destination ohne ein AI-Angebot hat zu diesem wichtigen und wachsenden Kundensegment keinen Zugang.

All-Inclusive setzt auf lokale Produkte

AI-Hotels kaufen im großen Maßstab Lebensmittel in den Zielländern ein – mit entsprechend positiven Effekten auf die dortige Wirtschaft. 

Wertschöpfung bleibt im Land

Die wirtschaftlichen Effekte wirken weit über den Kreis der direkt Beschäftigten in den AI-Hotels hinaus. Gerade für Entwicklungsländer entscheidend: Durch indirekte und induzierte Effekte vervielfacht sich die lokale Wertschöpfung. Wegen der hohen Nachfrage von hochwertigen Produkten sind AI-Hotels große Abnehmer für Landwirte und Kleinunternehmer in der Region. So verbleiben beispielsweise fast 80 Prozent der Einkaufsausgaben des AI-Robinson Clubs Nobilis in der Türkei, das gilt insbesondere für Lebensmittel. 

Umwelt profitiert

Eine Hotelanlage mit 500 Betten ist zudem deutlich effizienter und ökologischer als 25 kleinere Hotels mit jeweils 25 Betten. Zum einen ist der Flächenverbrauch wesentlich geringer. Zum anderen sind die Einflussmöglichkeiten auf die technische Ausgestaltung in umweltrelevanten Bereichen größer. Das bedeutet weniger Rodung und Zugangswege sowie eine zentrale Abwasser- und Abfallentsorgung. Und letztlich sind Auflagen durch die örtlichen Behörden besser durchzusetzen und zu überprüfen.

Von All-Inclusive-Reisen profitieren nicht nur die Gäste in Form von umfassendem Service und kalkulierbaren Kosten. Sondern auch die Bevölkerung in den Urlaubsdestinationen. 

Zypern: Positive Tourismuseffekte ganzheitlich nachgewiesen

In Kooperation mit der Unternehmensberatung PwC und der Travel Foundation hat die TUI Group die Auswirkungen des Besuchs von 60 000 TUI-Gästen in acht Hotels auf Zypern gemessen. Die Pilotstudie berücksichtigt erstmals eine Vielzahl wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, ökologischer und steuerlicher Aspekte. Ergebnis: Die positiven Effekte der TUI-Gäste summierten sich für Zypern auf 46 Millionen Euro. Dieser Wert übersteigt die negativen Auswirkungen wie Umweltkosten in Höhe von 2,3 Millionen Euro um ein Vielfaches. Damit verbleiben pro Gast und Übernachtung mehr als 80 Euro im Land.